Der Lenné-Park

Der Golf-Club Feldafing e.V. liegt im königlichen Lenné-Park am Westufer des Starnberger Sees. Die leicht hügelige, vom Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné angelegte Parklandschaft sollte ursprünglich den weitläufigen Schloßgarten des ab 1853 von Max II. geplanten neuen Feldafinger Schlosses darstellen.

Bereits als Kronprinz hatte Maximilian seit 1840 die Insel und das Ufer bei Feldafing als Standort fĂĽr sein „Athenäum“ oder „Maximilianeum“ ins Auge gefasst und schon 1842 gab es den Plan zur Gestaltung einer „Prinzeninsel“ mit zierlichem Lusthaus. Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung 1848 ging der König zu Werke, lieĂź sieben Standorte am Starnberger See gewissenhaft von einem Architekten und einem Gartenfachmann prĂĽfen und entschied sich nach deren Gutachten fĂĽr Feldafing. Im Oktober 1850 erwarb er die Insel Wörth von der Fischerfamilie KugelmĂĽller. Weitere GrundstĂĽckskäufe am Ufer schlossen sich an, bis schlieĂźlich ein riesiges zusammenhängendes Areal von 123 Hektar zusammengekommen war, das auĂźer dem heutigen Park auch das gesamte Gebiet des Feldafinger Höhenbergs und das Gelände der heutigen Fernmeldeschule umfasste.

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Im November 1850 entwickelte der Architekt und Civil-Ingenieur Franz Jakob Kreuter (1813-1889), ein SchĂĽler Daniel OhlmĂĽllers und Friedrich von Gaertners, im Auftrag des Königs in einem Gutachten „Ăśber das AufblĂĽhen Potsdams“ ein Projekt zur einheitlichen Gestaltung („Landesverschönerung“) des gesamten Ufers am Starnberger See. Mitte März 1851 begann die Umschaffung der Insel Wörth zur „Roseninsel“. Bereits im Juni 1851 fasste Maximilian den Entschluss, gegenĂĽber der Roseninsel (genauer: etwas sĂĽdlich davon) eine groĂźe Schlossanlage in prächtiger und erhöhter, die Gegend weithin beherrschender Lage mit Insel-, See- und Gebirgsblick, zu errichten. Die Pläne hierzu lieferte August von Voit (1801-1870). Die Planungsphase zog sich dann jedoch bis zum Baubeginn 1863 hin. Beim Tod des Königs am 10. März 1864 hatte man gerade einmal die Gewölbe der Fundamente geschaffen, die wenig später teils wieder abgetragen, teils verfĂĽllt wurden.

ZĂĽgiger als der Schlossbau wurde die Gartengestaltung in die Tat umgesetzt. HierfĂĽr konnte der geniale und ehrgeizige preuĂźische Generalgartendirektor und Schöpfer der Potsdamer Gärten Peter Joseph LennĂ© (1789-1866) gewonnen werden. Die praktische AusfĂĽhrung in den Jahren 1855-63 lag in den Händen des LennĂ©-SchĂĽlers Carl von Effner (1831-1884), der damit den ersten Schritt zu seiner Karriere als späterer bayerischer Hofgartendirektor machte. Am 26. April 1854 erhielt LennĂ© den offiziellen Auftrag zur Gestaltung des Parks. Er schuf in der Folge den einzigen groĂźen Landschaftspark im englischen Stil im sĂĽddeutschen Raum. „Er enthält und bewahrt als eine der besten Schöpfungen der Zeit die wesentlichen Elemente eines Landschaftsparks nach englischem Vorbild, malerische Baumgruppen, womöglich mit unterschiedlicher Größe und Kronenbildung wie mit verschiedener Laubfärbung, ĂĽberraschende Durchblicke auf den See und das Gebirge, freie Wiesenflächen, Bachläufe und dem Gelände angepasste Spazierwege. Einzelne ältere Bäume, vor allem Eichen, wurden sorgfältig integriert oder als Solitärbäume freigestellt.“ (Schober 1989, 120). Nachdem die Schlossbaustelle durch den Tod von Maximilians II. aufgegeben worden war, blieben die fertig gestaltete Roseninsel und der Park als Fragmente seines groĂźen Gestaltungsplanes bestehen. Mit dem Vermögen der Wittelsbacher ging auch der Park an den 1923 von Kronprinz Ruprecht geschaffenen Ausgleichfond ĂĽber. Ab 1926 wurde ein Teil des Parks als Golfplatz genutzt und gepflegt. 1927 wurde ein GrundstĂĽck zur Errichtung eines Strandbades an die Gemeinde Feldafing verkauft. 1955 wurde die Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser Gärten und Seen EigentĂĽmer. Ab 1994 wurde in zehnjähriger Arbeit der inzwischen verwachsene Park mit UnterstĂĽtzung zahlreicher Spender nach den originalen Plänen wiederhergestellt.

 

Quelle: Gemeinde Feldafing

Weitere Informationen zum Lenné-Park finden Sie auf der Webseite der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.